Alte Fotos verbessern: Schärfe, Rauschen, Farbe und Gesichter
Alte Fotos verbessern: Schärfe, Rauschen, Farbe und Gesichter
Alte Fotos sind selten perfekt: verblasst, klein, zerkratzt, aufgenommen auf einfachem Film oder mit einer billigen Kamera. Und doch lässt sich aus fast jedem Bild mehr herausholen, als man auf den ersten Blick denkt. Im Folgenden finden Sie eine ruhige Schritt-für-Schritt-Anleitung ohne Wunderversprechen: Was sich leicht verbessern lässt, was schwierig ist und was mit keiner Methode mehr zu retten ist.
Wir versprechen ganz bewusst nicht, dass jedes Bild zu einem Studioporträt wird. Stattdessen schauen wir uns an, wie eine Bildverbesserung von innen funktioniert: Warum manche Mängel in einer Minute verschwinden und andere durch nichts zu beheben sind. Wenn Sie die Mechanik verstehen, hören Sie auf, Regler aufs Geratewohl zu verschieben, und treffen bewusste Entscheidungen, was Sie selbst verbessern, was Sie so lassen und was Sie einem Fachmann anvertrauen. Das spart Zeit, schont die Nerven und bewahrt das Bild oft vor unwiederbringlichem Schaden durch unsaubere Bearbeitung.
Womit die Aufwertung eines alten Fotos beginnt
In fast jedem Haushalt gibt es solche Aufnahmen: die Großmutter in jungen Jahren, die Eltern bei der Hochzeit, ein in der Sonne ausgeblichenes Kinderporträt. Man wünscht sich, dass das Gesicht schärfer wird, die Farben lebendiger und dass man das Bild groß ausdrucken oder als Hintergrund verwenden kann. Die gute Nachricht: Vieles davon erledigt sich in wenigen Minuten und kostenlos direkt im Browser. Wichtig ist nur, das wichtigste Prinzip zu verstehen: Eine Verbesserung erfindet nichts hinzu, was auf dem Bild nicht vorhanden ist. Wenn ein Detail im Korn oder unter einem Fleck versunken ist, kann es behutsam ergänzt, aber nicht aus dem Nichts zurückgeholt werden. Deshalb beginnt man am besten mit einer ehrlichen Einschätzung des Originals: Was ist noch erkennbar und was ist unwiederbringlich verloren. Davon hängt ab, ob Sie es selbst schaffen oder ob das Bild die Hand eines Retuscheurs braucht.
Bevor Sie überhaupt etwas anrühren, nehmen Sie sich eine Minute für eine Diagnose. Öffnen Sie das Foto auf einem großen Bildschirm (nicht auf dem Handy) und vergrößern Sie die Problemstellen auf 100 Prozent. Stellen Sie sich drei Fragen: Sind die Gesichtszüge zumindest grob erkennbar, gibt es scharfe Kanten (die Kontur einer Wange, der Rand eines Kragens, Wimpern) und ist der Mangel gleichmäßig oder örtlich begrenzt. Gleichmäßige Mängel wie Ausbleichen, allgemeines Rauschen oder geringe Größe lassen sich von der Automatik gut beheben. Örtliche Mängel wie ein Kratzer quer durchs Auge, eine abgerissene Ecke oder ein Wasserfleck sind dagegen reine Handarbeit, kein Filter entfernt sie.
Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Qualität des Scans. Sehr oft liegt das Problem nicht am Foto selbst, sondern daran, wie es digitalisiert wurde. Eine Aufnahme, die schräg mit dem Handy unter einer Schreibtischlampe abfotografiert wurde, verliert schon vor jeder Bearbeitung die Hälfte ihrer Details. Wenn Sie die Möglichkeit haben, mit einem ordentlichen Scanner bei 600 dpi neu zu scannen, tun Sie es: Sie werden überrascht sein, wie viel sauberer das Original wird. Ein guter Scan ist die halbe Miete, und kein Algorithmus holt zurück, was beim Digitalisieren verloren ging.
So erhöhen Sie Schärfe und Auflösung eines alten Fotos
Die häufigste Klage lautet: Das Foto ist klein und unscharf. Hier wirken zwei verschiedene Dinge, die man leicht verwechselt, und vom klaren Auseinanderhalten dieser beiden hängt das Ergebnis ab.
Auflösung und Schärfe sind nicht dasselbe
Die Auflösung ist die Größe des Bildes in Pixeln. Alte gescannte Fotos haben an der langen Seite oft nur 600 bis 900 Pixel, das ist zu wenig für den Druck oder einen großen Bildschirm. Moderne Hochskalierer vergrößern das Bild um das Zwei- bis Vierfache und rekonstruieren dabei Kanten, Hauttextur und Haar, damit das vergrößerte Foto nicht nach Klötzchen aussieht. Das ist der auffälligste und sicherste Schritt.
Die Schärfe ist die Klarheit bereits vorhandener Details. Eine leichte Schärfung lässt Konturen geschlossener wirken, doch übertreiben darf man es nicht: Es entstehen helle Säume an den Rändern und das Korn tritt hervor. Schärfe fügt keine Details hinzu, sie betont nur den Unterschied an bereits vorhandenen Kanten.
Wie viele Pixel der Druck braucht
Damit Sie wissen, welche Vergrößerung Sie wirklich brauchen, behalten Sie eine einfache Faustregel zur Druckdichte im Kopf:
| Format | Benötigte Pixel (an der langen Seite) | Betrachtung |
|---|---|---|
| Avatar, Social-Media-Feed | ca. 1000 bis 1500 | aus der Distanz, klein |
| Druck 10x15 cm | ca. 1500 bis 1800 | in der Hand, aus der Nähe |
| Druck 20x30 cm | ca. 2500 bis 3500 | an der Wand, aus einem Meter |
| Großes Poster A2+ | ca. 4000+ | aus der Ferne |
Aus der Tabelle ergibt sich etwas Praktisches: Für den großen Wanddruck sind die Anforderungen an die Auflösung paradoxerweise milder als für einen Abzug in der Hand, weil man ein Poster aus der Distanz betrachtet und das Auge keine einzelnen Pixel mehr unterscheidet. Jagen Sie nicht vorsorglich nach der maximalen Vergrößerung, rechnen Sie für die konkrete Aufgabe.
Die richtige Reihenfolge
- Erhöhen Sie zuerst die Auflösung und schauen Sie dann erst auf die Schärfe, oft ist sie nach dem Hochskalieren gar nicht mehr nötig.
- Wenn das Foto von Anfang an unscharf ist (bei der Aufnahme verwackelt), hilft Schärfen kaum: Es sind schlicht keine Detailinformationen vorhanden.
- Bewegungsunschärfe (Verwackeln) und Unschärfe durch falschen Fokus sind verschiedene Dinge; beide lassen sich schlecht beheben, gerichtete Bewegungsunschärfe sammelt sich mit speziellen Algorithmen manchmal etwas.
- Vergrößern Sie nicht über das Vierfache hinaus, danach beginnt keine Verbesserung mehr, sondern die Fantasie des Algorithmus.
- Beurteilen Sie das Ergebnis bei 100-Prozent-Ansicht und nicht im an den Bildschirm angepassten Modus, sonst sehen Sie weder die Säume noch die erfundene Textur.
Das Hochskalieren können Sie kostenlos in unserem Werkzeug zum Foto vergrößern ausprobieren: Sie laden die Aufnahme hoch und erhalten eine große Version ohne sichtbare Artefakte. Für die meisten Familienfotos genügt dieser Schritt, um das Gesicht lesbar zu machen. Tipp: Wenn das Ergebnis etwas zu glatt wirkt, lassen Sie das Original noch einmal mit einem geringeren Faktor durchlaufen und vergleichen Sie, manchmal sieht eine zweifache Vergrößerung ehrlicher und natürlicher aus als eine vierfache.
So entfernen Sie Rauschen und Körnung ohne Detailverlust
Korn und farbige Sprenkel sind die Begleiter von Film, alten Scans und Aufnahmen im Dunkeln. Das Auge nimmt sie als Schmutz wahr, doch gerade im Rauschen verstecken sich oft die letzten feinen Details, deshalb muss man behutsam vorgehen.
Woher das Rauschen kommt
Es lohnt sich, die Natur der verschiedenen Rauschtypen zu verstehen, denn davon hängt ab, wie leicht es sich entfernen lässt:
- Filmkorn ist die physische Struktur der lichtempfindlichen Schicht. Bei hochempfindlichem Film (ISO 400 und höher) ist es gröber. Das ist eine ehrliche Textur, und sie komplett zu entfernen ist oft gar nicht nötig, sie gehört zum Charakter einer alten Aufnahme.
- Digitales Scannerrauschen sind kleine zufällige Punkte von billiger Optik und Sensorik. Es lässt sich am leichtesten entfernen.
- Farbrauschen sind bunte Pixel dort, wo ein gleichmäßiger Ton sein sollte. Algorithmen entfernen es nahezu spurlos, weil die Farbinformation weniger an Details gebunden ist.
- Luminanzrauschen ist das schwarzgraue Korn. Es ist das tückischste: Es ist eng mit echten Details verflochten und muss am vorsichtigsten entfernt werden.
Wie Entrauschen funktioniert
Entrausch-Algorithmen mitteln benachbarte Pixel: Gleichmäßige Bereiche (Himmel, Wand, Haut) werden glatt, während scharfe Kanten möglichst erhalten bleiben sollen. Das Problem ist, dass zu starkes Entrauschen das Gesicht verschmiert und in eine Plastikmaske verwandelt, das ist der häufigste Anfängerfehler. Moderne neuronale Entrauscher sind klüger als die klassischen: Sie unterscheiden Rauschen und Struktur anhand des Kontexts, doch auch sie versagen, wenn man die Stärke voll aufdreht.
- Das Ziel ist nicht perfekte Glätte, sondern Natürlichkeit. Leichtes Korn verzeiht das Auge, eine Plastikhaut nicht.
- Entfernen Sie zuerst das Rauschen und schärfen Sie erst danach, sonst betont die Schärfung genau das Korn.
- Farbrauschen lässt sich leichter entfernen als Luminanzrauschen, letzteres hängt eng mit Details zusammen.
- Behandeln Sie Hintergrund und Gesicht gedanklich unterschiedlich: Den Hintergrund dürfen Sie aggressiver säubern, die Haut behutsam, um die Poren zu erhalten.
- Wenn das Gesicht nach der Säuberung tot wirkt, ist die beste Lösung, ein wenig leichtes Korn wieder hinzuzufügen: Paradoxerweise kehrt damit der Eindruck lebendiger Textur zurück.
In modernen Hochskalierern ist das Entrauschen oft integriert: Während das Bild vergrößert wird, glättet der Algorithmus gleich das Korn mit. Für mäßig verrauschte Aufnahmen ist deshalb keine separate Säuberung nötig, ein einziger Durchgang durch das Foto vergrößern reicht. Ein schwerer Fall dagegen, grobes Korn vermischt mit verlorenen Gesichtsdetails, geht der Automatik etwas grob von der Hand, weil sie nicht zuverlässig unterscheiden kann, wo Korn ist und wo der Rest eines Details. Hier ist Handarbeit besser: Ein Fachmann reinigt das Rauschen gezielt, Zone für Zone, und lässt unberührt, was nicht verloren gehen darf.
So holen Sie die Farbe eines verblassten Fotos zurück
Mit der Zeit verschwinden die Farben: Die Aufnahme vergilbt, rötet sich oder verblasst zu einem blassen Blau. Das bedeutet nicht, dass die Farbe verloren ist, meist ist nur das Gleichgewicht gestört, und das lässt sich korrigieren.
Warum ein Foto die Farbe verändert
Verschiedene Farbmängel haben verschiedene Ursachen und werden unterschiedlich behoben:
- Ein gelber oder brauner Schleier entsteht meist durch eine gealterte Schutzschicht und ausgeblichene Farbstoffe; er lässt sich über die Korrektur des Weißabgleichs entfernen.
- Eine rosa-rote Verschiebung ist die typische Krankheit von Farbabzügen der 70er bis 90er Jahre: Der blaue Farbstoff verblasst zuerst, übrig bleibt das Purpur. Behebbar, erfordert aber Sorgfalt.
- Allgemeine Blässe, ein ausgewaschener Eindruck ist der Verlust von Kontrast und Sättigung; er kehrt durch Anheben des Kontrasts und vorsichtige Sättigung zurück.
Korrektur gegen Kolorierung
Hier ist es wichtig, zwei grundverschiedene Aufgaben zu unterscheiden. Die Farbkorrektur stellt das richtige Gleichgewicht bei einer bereits farbigen, aber ausgeblichenen Aufnahme wieder her: Gelbstich entfernen, Kontrast zurückholen, den Hautton beleben. Das gelingt sicher und vorhersehbar, denn die Farbinformation steckt noch in der Datei, sie ist nur verschoben. Die Kolorierung ist das Einfärben eines Schwarzweißfotos, in dem es ursprünglich gar keine Farbe gab. Hier rät der Algorithmus: Gras wird grün, der Himmel blau, doch der genaue Ton eines Kleides oder der Augen ist bereits eine Vermutung und keine Tatsache. Das Ergebnis ist schön und berührend, aber bedenken Sie, dass es eine künstlerische Rekonstruktion ist und kein Dokument.
| Aufgabe | Farbinformation | Vorhersehbarkeit |
|---|---|---|
| Korrektur eines verblassten Farbfotos | vorhanden, verschoben | hoch |
| Kolorierung eines Schwarzweißfotos | fehlt | glaubwürdig, aber geraten |
- Ein verblasstes Farbfoto lässt sich fast immer zum Leben erwecken, die Farbinformation ist darin vorhanden, nur verschoben.
- Ein Schwarzweißfoto wird glaubwürdig eingefärbt, jedoch ohne Garantie für die genauen Töne.
- Gelb- und Rotstich durch Alterung beseitigt man über den Weißabgleich und nicht über die Sättigung, sonst werden die Farben grell.
- Stützen Sie sich auf neutrale Punkte: einen weißen Kragen, graues Haar, eine graue Wand, danach lässt sich das richtige Gleichgewicht bequem einstellen.
- Der Hautton ist die wichtigste Kontrolle: Wenn die Haut natürlich aussieht, stimmen wahrscheinlich auch die übrigen Farben.
Bei herzensnahen Aufnahmen, bei denen Echtheit zählt (Uniform, Auszeichnungen, die Augenfarbe eines geliebten Menschen), sollte man die automatische Einfärbung von Hand nachbearbeiten, ein Fachmann wählt die Töne sinnvoll, gestützt auf Epoche, bekannte Fakten und die Logik der Szene, statt aufs Geratewohl. Das gilt besonders für historische Aufnahmen und festliche Porträts, bei denen eine falsche Farbe eines Abzeichens oder eines Ordensbandes den Fehler sofort verrät.
Fangen Sie klein und kostenlos an. Laden Sie die Aufnahme in unser Werkzeug zum Foto vergrößern, es hebt die Auflösung an, glättet das Korn behutsam und bringt Details zum Vorschein. Für die meisten Familienfotos reicht das schon aus, damit das Gesicht lesbar wird und sich das Bild drucken oder an einen sichtbaren Platz stellen lässt. Das ist kostenlos und dauert eine Minute. Erstellen Sie zuerst einen guten Scan, lassen Sie das Foto durch das Hochskalieren laufen und beurteilen Sie das Ergebnis in Ruhe auf einem großen Bildschirm, sehr oft ist hier schon alles erledigt und mehr ist nicht nötig.
Doch wenn ein Foto wirklich wertvoll ist und die Schäden gravierend sind, tiefe Kratzer und Knicke, ein fehlendes Stück des Gesichts, eine schwierig verblasste Einfärbung, bei der die Echtheit zählt, dann zeigt die Automatik ehrlich ihre Grenze. In solchen Fällen wird das Bild von Hand fertiggestellt: Unser Meister stellt beschädigte Stellen wieder her, wählt die Farbe behutsam und bewahrt die Wiedererkennbarkeit der Gesichter, ohne einen geliebten Menschen in einen Ähnlichen zu verwandeln. Handarbeit zeichnet sich dadurch aus, dass der Fachmann die Aufnahme als Ganzes sieht: Er versteht die Epoche, liest die verbliebenen Details, stützt sich auf die Symmetrie des Gesichts und die Logik der Szene, dort, wo der Algorithmus einfach nur mittelt. Schicken Sie uns das Foto zur Einschätzung, wir sehen in Ruhe nach, was sich aus genau Ihrer Aufnahme wirklich herausholen lässt, und sagen es ehrlich, ohne Wunderversprechen. Manchmal genügt das kostenlose Werkzeug, und manchmal lohnt es sich, die Erinnerung einem Profi anzuvertrauen, und wir sagen Ihnen direkt, welcher Fall der Ihre ist.
Schärfe und Auflösung eines alten Fotos anheben
Bei alten Fotos verwechselt man leicht zwei Dinge: Auflösung und Schärfe sind nicht dasselbe. Die Auflösung ist die Pixelzahl, die Schärfe der Kantenkontrast, den das Auge als Detail wahrnimmt. Ein Foto kann viele Pixel haben und dennoch unscharf sein. Beim Verbessern eines alten Fotos hebt man deshalb beides gezielt an: die Auflösung durch KI-Vergrößerung, die Kanten und Texturen rekonstruiert, und die Schärfe durch maßvolles Nachschärfen, das das vorhandene Detail betont.
Der Ablauf beginnt mit einer sauberen Digitalisierung: Scannen Sie das Foto in hoher Auflösung, denn ein guter Ausgangsscan gibt der Bearbeitung Reserve. Danach hebt man die Auflösung bei Bedarf an und schärft am Ende maßvoll nach, ohne Höfe zu erzeugen. Wichtig ist die Reihenfolge, die Schärfe kommt zuletzt und in der Endgröße. Für den Druck brauchen Sie mindestens 300 dpi in der gewünschten Größe, weshalb man das alte Foto in hoher Auflösung scannt und nicht flüchtig mit dem Smartphone abfotografiert, wenn ein Abzug geplant ist.
Rauschen und Körnung entfernen, ohne Details zu verlieren
Alte Fotos zeigen oft Rauschen und Körnung, die aus dem Film, schwachem Licht bei der Aufnahme oder der Alterung stammen. Beim Verbessern entfernt man dieses Rauschen, doch der Balanceakt ist, die Körnung zu glätten, ohne echtes Detail mitzunehmen. Eine zu aggressive Rauschminderung verwandelt Gesichter und Texturen in eine wachsartige Fläche, die schlechter wirkt als das ursprüngliche Korn. Ziel ist eine saubere, aber natürliche Oberfläche, auf der Poren, Stoffstrukturen und feine Übergänge erhalten bleiben.
Gute Werkzeuge unterscheiden zwischen echtem Detail und Rauschen und erlauben, die Stärke der Minderung zu dosieren. Man wendet die Rauschminderung maßvoll an und prüft das Ergebnis in voller Größe, vor allem an Gesichtern, wo der Verlust von Struktur sofort auffällt. Bei stark verrauschten Aufnahmen ist ein Kompromiss besser als perfekte Sauberkeit: etwas Restkörnung wirkt echter als eine plastikartige Glättung. Nach der Rauschminderung folgt ein maßvolles Nachschärfen, um die betonte Struktur wieder herauszuholen. So bleibt das alte Foto sauber und dennoch lebendig, statt in eine glatte, künstliche Fläche zu kippen.
Die Farbe eines verblassten Fotos zurückholen
Alte Farbfotos verblassen mit der Zeit ungleichmäßig, oft mit einem warmen Farbstich, weil manche Farbschichten schneller verblassen als andere. Beim Verbessern holt man die Farbe zurück, indem man zuerst den Farbstich neutralisiert, etwa über den Weißabgleich anhand einer neutralen Fläche oder über eine Gradationskurve, sodass Weiß wieder Weiß ist. Danach hebt man den Kontrast an, der durch die Alterung oft verloren ging, und stellt die Sättigung behutsam wieder her, ohne die Farben zu übertreiben.
Wichtig ist, zwischen Korrektur und Kolorierung zu unterscheiden. Ist noch Farbinformation vorhanden, holt die Korrektur sie zurück. Ist die Farbe an Stellen ganz verloren, kann die Automatik dort plausible, aber erfundene Farbe ergänzen, was bereits an die Kolorierung grenzt. Wenn die Farbe sehr ungleichmäßig verblasst ist und Daten fehlen, ist es manchmal ehrlicher, das Foto zu einem gepflegten Schwarzweiß zu bringen, statt eine falsche Farbe zu erzwingen. Die Reihenfolge ist: erst den Stich neutralisieren, dann Kontrast und Sättigung maßvoll wiederherstellen und das Ergebnis gegen die Erinnerung an die echten Farben prüfen.
Gesichter verbessern, ohne Züge zu erfinden
Gesichter sind das Empfindlichste an einem alten Foto: Ihretwegen wird es verbessert, und an ihnen fällt jeder Fehler am meisten auf. Automatische Werkzeuge zur Gesichtsverbesserung heben die Schärfe von Augen, Lippen und Zügen an und entfernen Rauschen, was bei Fotos mittlerer Qualität das Porträt belebt. Doch wenn wenig Daten da sind, das Gesicht unscharf oder beschädigt ist, rekonstruiert die Automatik nicht, sondern erfindet plausible, aber fremde Züge. Es entsteht ein ähnlicher Mensch, nicht der, der auf dem Foto war, und für die familiäre Erinnerung ist das schlimmer als eine leichte Unschärfe.
Deshalb gilt bei Gesichtern die Regel, zu reparieren und nicht zu übermalen. Reichen die erhaltenen Daten, ist eine sorgfältige Verbesserung zulässig, aber prüfen Sie das Ergebnis an der Ähnlichkeit, im Vergleich mit anderen Fotos der Person. Sind die Züge verloren und die Automatik beginnt zu fantasieren, ist es ehrlicher, eine leichte Weichheit zu belassen, als ein fremdes Gesicht zu erhalten. Diese Feinarbeit an Gesichtern, bei der die Wiedererkennbarkeit zählt und nicht der Glanz, vertraut man oft der manuellen Restaurierung an, die behutsam anhand echter Daten und anderer Fotos rekonstruiert.
Automatik oder manuelle Arbeit: was wählen
Ein altes Foto zu verbessern hat zwei Wege. Automatische Dienste und neuronale Netze erledigen es mit einem Klick: Sie heben Schärfe an, entfernen Rauschen, vergrößern die Auflösung und rekonstruieren manchmal Gesichter. Das ist schnell, günstig und funktioniert sehr gut bei Fotos in ordentlichem Zustand, die nur eine Auffrischung brauchen. Ihre Grenze ist, dass die Automatik bei schwierigen Fällen erfindet: fremde Züge dort, wo sie fehlten, eine bis zum Plastik geglättete Haut oder Details, die es nicht gab.
Die manuelle Arbeit in einem Editor ist langsamer und verlangt Können, doch der Restaurator rekonstruiert genau das, was da war, im Abgleich mit den erhaltenen Bereichen und der Logik des Bildes. Ein Mittelweg ist hybrid: Die Automatik macht die grobe Reinigung, und ein Mensch feilt Gesichter und Schlüsselzonen von Hand aus. Praktische Regel: Ein Foto in gutem Zustand frischt die Automatik auf, ein wertvolles Bild mit beschädigtem Gesicht, verlorenen Details oder sehr geschätzt vertraut man besser der Handarbeit an, denn dort ist der Preis eines Fehlers kein Geld, sondern eine verzerrte Erinnerung.
Häufige Fragen zum Verbessern alter Fotos
Kann man ein sehr unscharfes Foto scharf machen
Nur teilweise. Man hebt Schärfe und Detail an, kann aber nichts hinzufügen, was nicht im Original steckt. Aus einem sehr unscharfen Bild wird kein perfektes, aber es lässt sich deutlich verbessern.
Verdirbt die Bearbeitung das Original
Nein, gearbeitet wird an einer digitalen Kopie, das Original bleibt unberührt. Deshalb ist der erste Schritt stets eine sorgfältige Digitalisierung.
Automatischer Dienst oder Fachmann
Ein Foto in gutem Zustand frischt die Automatik auf. Ein wertvolles Bild mit beschädigten Gesichtern und verlorenen Details vertraut man besser der Handarbeit an, wo die Ähnlichkeit zählt.
Welche Auflösung brauche ich zum Drucken
Für Qualitätsdruck mindestens 300 dpi in der Abzugsgröße. Deshalb scannt man das alte Foto in hoher Auflösung, wenn ein Abzug geplant ist.
Schwieriger Fall, ein wichtiges Foto oder einfach keine Zeit? Unser Retuscheur bearbeitet Ihr Bild von Hand fuer Ihre Aufgabe.
Haufige Fragen
Ist das Vergrößern von Fotos kostenlos und brauche ich ein Konto?
Ja, die 2-fache Vergrößerung ist kostenlos und ohne Anmeldung; ein Konto ist nur für Stapelverarbeitung und die 4-fache Vergrößerung mit Priorität nötig.
Was passiert mit meinen hochgeladenen Fotos?
Dein Bild wird auf dem Server verarbeitet und nach kurzer Zeit automatisch gelöscht, es wird nie veröffentlicht oder zum Trainieren von Modellen genutzt. Lade das Ergebnis einfach gleich herunter.
Welche Formate und Dateigrößen werden unterstützt?
Du kannst JPG, PNG und WebP hochladen, meist bis 20 MB. Das Tool ist für kleine oder unscharfe Bilder gedacht, daher verkleinere sehr große Dateien vorher.
Hilft es bei unscharfen Fotos oder Screenshots?
Ja, die KI rekonstruiert Details und stellt die Schärfe bei unscharfen Fotos und Screenshots wieder her, und das Ergebnis taugt für Druck oder Produktbilder. Sie erfindet aber nichts, was nie aufgenommen wurde, aus einem winzigen Bild wird also kein großes Poster.
Funktioniert es auf dem Handy oder iPhone?
Ja, das Tool läuft im Handy-Browser ganz ohne App: Wähle ein Foto aus der Galerie deines iPhone oder Android, warte auf die Verarbeitung und speichere die vergrößerte Datei direkt zurück in die Galerie.
Siehe auch
Kostenlose Online-Foto-Tools
Bearbeiten Sie Ihr Foto direkt im Browser, ohne Installation und Anmeldung: