Licht für die Produktfotografie: Schemata, Schatten, Reflexe und günstige Lichtquellen


Artikel des gdefoto-Studios

Licht für die Produktfotografie: Schemata, Schatten, Reflexe und günstige Lichtquellen

Tageslicht, Kunstlicht und fertige Lichtschemata für Ihren Katalog

Warum Licht wichtiger ist als die Kamera

Beim Produktfoto entscheidet das Licht mehr als die Kamera. Ein günstiges Smartphone nimmt bei gutem Licht das Produkt besser auf als eine Spiegelreflex bei schlechtem. Die Kamera hält nur das Licht fest, das Sie bereits gesetzt haben: Ist es flach und schmutzig, rettet das kein Sensor und kein Objektiv. Die gute Nachricht ist, dass die Physik des Lichts für alle gleich ist. Drei bis vier Prinzipien zu verstehen, nach denen sich eine Lichtquelle verhält, ist wichtiger, als Technikdaten zu studieren. Wer auf Amazon.de, Otto, eBay oder Kaufland verkauft, braucht keine Studio-Ausstattung für Zehntausende Euro, sondern Verständnis dafür, wie Licht Volumen formt, Textur überträgt und einen weißen Hintergrund wirklich weiß macht statt grau. In diesem Leitfaden gehen wir den Unterschied zwischen Tageslicht und Kunstlicht durch, zwischen weichem und hartem Licht, geben konkrete Aufbauschemata für verschiedene Produkte, zeigen, wie Sie Schatten und Reflexe ohne teures Equipment besiegen, und sammeln am Ende eine Checkliste typischer Fehler. Alles, was hier beschrieben wird, lässt sich in einem gewöhnlichen Zimmer mit einem minimalen Satz vorhandener Materialien nachbauen, an einem einzigen Abend. Der Grund liegt in der Physik: Die Kamera zeichnet nur Helligkeit und Farbe in jedem Bildpunkt auf. Woher diese Helligkeit stammt, wie die Reflexe fallen, wie weich der Schatten in das Licht übergeht und ob das Objekt Volumen hat, das alles bestimmt die Lichtquelle und ihre Position, nicht der Sensor. Deshalb geben Profis ihr Budget zuerst für Licht und Modifikatoren aus und erst danach für Optik. Am Ende können Sie Ihr Licht selbst setzen, ohne Tausende in Geräte zu stecken, und erhalten Karten, die sofort sauberer und teurer wirken.

Tageslicht oder Kunstlicht: was der Einsteiger wählen sollte

Das Fenster hat einen riesigen Vorteil: Tageslicht ist kostenlos, weich und dem Auge vertraut. Für den Start ist das die beste Option, und die meisten sauberen Kataloge lassen sich an einem Fenster aufnehmen. Doch Tageslicht hat zwei Nachteile: Es ist unbeständig und nicht steuerbar. Morgens ist das Licht warm, mittags hart, an trüben Tagen bläulich, und am Abend ist es einfach weg. Wenn Sie eine Charge von 50 Produkten zwei Stunden lang aufnehmen, unterscheiden sich die Aufnahmen in Helligkeit und Ton, und Sie müssen sie später mühsam aneinander angleichen.

Wann das Fenster reicht

  • Ein Nordfenster liefert fast den ganzen Tag gleichmäßiges Streulicht ohne harte Strahlen, das ist das Ideal für Produktfotos. Direkte Sonne fällt dort nicht hinein, deshalb bleibt das Licht stabil weich.
  • Nehmen Sie tagsüber bei bewölktem Himmel auf, Wolken wirken wie eine riesige Softbox: Sie streuen die Sonne über den ganzen Himmel und tilgen harte Schatten.
  • Direkte Sonnenstrahlen streuen Sie mit einer weißen Gardine, Transparentpapier oder einer Platte aus mattem Kunststoff am Fenster, sonst bekommen Sie harte Schatten und überstrahlte Reflexe.
  • Stellen Sie den Tisch mit dem Produkt seitlich zum Fenster, nicht mit dem Rücken und nicht frontal davor: Seitenlicht gibt Volumen, Frontlicht macht das Produkt flach, Gegenlicht überstrahlt den Hintergrund.

Die Nachteile des Fensters, über die man schweigt

Das Fenster lässt sich nicht verschieben. Höhe, Winkel und Abstand der Quelle steuern Sie nicht, es bleibt nur, das Produkt und die Reflektoren zu bewegen. Im Winter ist der Tag kurz, und man muss in einem schmalen Fenster in der Mittagszeit aufnehmen. Die Himmelsfarbe ändert sich innerhalb einer Stunde, deshalb sollte eine Charge in einem Durchgang entstehen. In dichter Stadtbebauung in Berlin oder Hamburg kann das Licht von einem Nachbarhaus reflektiert kommen und einen Farbstich tragen, etwa grünlich von Laub oder rötlich von Ziegel.

Wann Sie Kunstlicht brauchen

Wenn Sie regelmäßig, abends oder mit stabil gleichem Ergebnis für die ganze Karte aufnehmen, wechseln Sie zu konstantem Kunstlicht. Konstantes Licht (im Gegensatz zum Blitz) ist für Einsteiger praktisch, weil Sie sofort mit dem Auge und am Display sehen, wie das Licht fällt, und die Position vor der Aufnahme korrigieren, statt zu raten.

Die Hauptregel: mischen Sie die Quellen nicht. Licht vom Fenster und von der Lampe haben unterschiedliche Farbtemperatur (Fenster etwa 5500 bis 6500 Kelvin, warme Lampe 2700 bis 3200 Kelvin), an der Grenze entsteht ein schmutziger zweifarbiger Ton, der sich später schwer korrigieren lässt. Entweder Fenster oder Lampen oder Tageslichtlampen neben einem abgedeckten Fenster. Ein weiterer wichtiger Parameter neben der Temperatur ist der Farbwiedergabeindex CRI: Nehmen Sie Lampen mit einem CRI über 90, sonst weicht die Produktfarbe auf dem Foto vom Original ab, und der Kunde erhält nicht, was er in der Karte gesehen hat.

Der Unterschied zwischen weichem und hartem Licht

Das ist die Basis, ohne die Schemata keinen Sinn ergeben. Die Härte des Lichts hängt nicht von der Leistung ab, sondern von der Größe der Quelle im Verhältnis zum Produkt. Je größer und näher die Quelle, desto weicher das Licht. Eine kleine Lampe weit unter der Decke gibt hartes Licht, dieselbe Lampe in einer großen Softbox dicht am Produkt gibt weiches. Merksatz: Es zählt die sichtbare Größe der Quelle aus Sicht des Produkts, nicht ihre absolute Größe und nicht die Wattzahl.

ParameterHartes LichtWeiches Licht
Quelleklein, weit weg (nackte Lampe, Sonne)groß, nah (Softbox, Fenster, Schirm)
Schattenscharf, mit klarer Kanteweich, mit sanftem Übergang
Reflexeklein, hell, kontrastreichgroß, weich, langgezogen
Kontrasthoch, abgesoffene Schattenniedrig, überall lesbare Details
Schwierigkeitheikel, verlangt Präzisionverzeiht Positionsfehler
Wann passendTextur und Relief betonenKosmetik, Geschirr, Kleidung, weißer Hintergrund

Für Marktplätze braucht man in 90 Prozent der Fälle weiches Licht: Es verzeiht Fehler, gibt einen sauberen Hintergrund und ordentliche Schatten, die Karte wirkt teuer und ruhig. Hartes Licht bleibt den Fällen vorbehalten, in denen die Textur zeigt: Strickpullover, Holz, Leder, rauer Beton, geprägte Verpackung. Hier zieht hartes Seitenlicht in flachem Winkel (das sogenannte Streiflicht oder Grazing) jede Unebenheit heraus und macht die Oberfläche greifbar.

Wie Sie Licht kostenlos weicher machen

  • Rücken Sie das Produkt weiter von der Wand weg, der Schatten wird weicher und verlässt das Bild.
  • Führen Sie die Quelle näher ans Produkt, sie wirkt optisch größer und weicher.
  • Streuen Sie jede Lampe durch ein Blatt Transparentpapier, weißen Stoff oder matten Kunststoff, im Abstand von 20 bis 40 Zentimetern zur Lampe, achten Sie auf die Hitze und nehmen Sie für heiße Lampen einen nicht brennbaren Diffusor.
  • Nutzen Sie reflektiertes Licht: Richten Sie die Lampe nicht auf das Produkt, sondern in eine weiße Wand oder Decke, dann beleuchtet ein riesiger weicher Reflexfleck das Produkt.
  • Je weiter der Diffusor von der Lampe und je näher am Produkt, desto weicher das Ergebnis, prüfen Sie es an der Schattenkante.

Wie Sie Licht härter machen

Manchmal braucht man umgekehrt mehr Charakter. Nehmen Sie den Diffusor weg, rücken Sie die Quelle weiter weg und senken Sie sie näher auf Tischhöhe, dann betont das seitliche Streiflicht die Textur. Schwarze Flaggen an den Seiten verstärken den Schattenkontrast. Solches Licht verlangt Sorgfalt: Die kleinste Verschiebung der Quelle ändert das Bild merklich, arbeiten Sie deshalb in kleinen Schritten und prüfen Sie das Ergebnis sofort am Display.

Farbtemperatur und CRI verständlich gemacht

Neben der Härte entscheiden zwei weitere Kennwerte über den Eindruck. Die Farbtemperatur in Kelvin bestimmt, ob das Licht warm gelblich oder kühl bläulich wirkt. Für neutrale Produktfotos zielen Sie auf etwa 5000 bis 5600 Kelvin, das entspricht Tageslicht und lässt Weiß wirklich weiß erscheinen. Wichtig ist vor allem, dass alle Lampen im Bild dieselbe Temperatur haben, sonst bekommen Sie einen zweifarbigen Farbstich, der sich nur mühsam korrigieren lässt. Der zweite Wert ist der Farbwiedergabeindex CRI, der angibt, wie natürlich eine Lichtquelle Farben zeigt. Billige LED mit niedrigem CRI lassen Rot- und Hauttöne stumpf und falsch wirken, was bei Kosmetik und Textil direkt zu Rücksendungen wegen Farbabweichung führt. Achten Sie auf Lampen mit einem CRI über 90, der Aufpreis ist gering und die Farbtreue spart Ihnen später viel Korrekturarbeit und Ärger mit Kunden.

Welche Aufbauschemata für Produkte funktionieren

Das Schema bestimmen das Führungslicht (das Hauptlicht, das zeichnet) und das Aufhelllicht (die Schattenaufhellung). Manchmal kommt ein drittes hinzu, das Gegen- oder Hintergrundlicht, um das Produkt vom Hintergrund zu trennen. Hier einige Arbeitsschemata, die fast das ganze Sortiment abdecken. Beginnen Sie immer mit einer Quelle: Setzen Sie nur das Führungslicht, erreichen Sie die richtige Zeichnung und das Volumen, und fügen Sie erst danach die Aufhellung hinzu. So verstehen Sie, wofür jede Quelle zuständig ist, und bekommen keinen Brei aus vier Lampen.

Schema 1: eine Quelle plus Reflektor

Das günstigste und universellste. Das Führungslicht steht seitlich und etwas höher in einem Winkel von etwa 45 Grad zum Produkt. Auf der Gegenseite steht ein Reflektor: ein weißes Kartonblatt, Styropor oder gefaltete Folie. Er hellt die Schattenseite auf, damit die Schatten nicht ins Schwarze absaufen. Indem Sie den Reflektor näher oder weiter stellen, regeln Sie die Schattentiefe stufenlos ohne zweite Lampe. Passt für die meisten Produkte: Kosmetik, Accessoires, Technik, Verpackung, Bücher, Spielzeug.

Schema 2: zwei Quellen seitlich

Zwei gleiche Quellen symmetrisch links und rechts im Winkel von 45 Grad. Ergibt eine gleichmäßige, schattenarme Ausleuchtung, praktisch für den Katalog, wo Neutralität und Gleichförmigkeit der Serie zählen. Damit Volumen entsteht, machen Sie eine Quelle etwas heller oder näher (Verhältnis etwa 2 zu 1): Dann ist eine Seite heller als die andere und das Produkt wirkt nicht mehr flach. Dieses Schema eignet sich gut für Kleidung an der Puppe, Schuhe und Taschen.

Schema 3: Gegenlicht plus Aufhellung für Transparentes

Für Glas, Flakons und Getränke setzt man das Licht hinter das Produkt (im Durchlicht) und fügt vorne eine schwache Aufhellung und seitliche schwarze Flaggen hinzu, um die Kanten zu zeichnen. Die Kontur leuchtet auf, das Objekt wird lesbar. Transparente Objekte nimmt man genau so auf, weil direktes Frontlicht auf Glas nutzlos ist: Es geht entweder hindurch oder erzeugt hässliche Reflexe. Gegenlicht umreißt die Form, schwarze Flaggen zeichnen die dunklen Kanten, die das Auge als Glas liest.

Schema 4: Aufnahme von oben (Flatlay)

Für die flache Auslage setzt man das Licht von einer Seite des Tisches in flachem Winkel und stützt die anderen drei Seiten mit Reflektoren. Eine gerichtete Quelle gibt leichte, gleichgerichtete Schatten, was natürlich aussieht, die Reflektoren verhindern das Absaufen der Schatten. Die Kamera hängt streng über dem Tisch parallel zur Oberfläche, sonst kippt die Auslage perspektivisch.

Wie Sie Winkel und Höhe wählen

  • Horizontaler Winkel 30 bis 60 Grad. Je näher am Frontalen, desto flacher, je näher am Seitlichen, desto mehr Volumen und Schatten.
  • Höhe etwas über dem Produkt. Licht von oben gibt einen natürlichen Schatten nach unten, wie gewohntes Tageslicht.
  • Verhältnis Führung zu Aufhellung. Für den Katalog 2 zu 1 (weiches Volumen), für ein dramatisches Werbebild 4 zu 1 und kontrastreicher.
  • Ein Parameter nach dem anderen. Ändern Sie entweder Winkel, Höhe oder Abstand und prüfen Sie sofort das Ergebnis, sonst verlieren Sie den Überblick.

Zwei Hauptprobleme des Einsteigers, dazu drei kurze Fälle. Ursachen und Lösungen sind unterschiedlich, deshalb der Reihe nach.

Schatten

Ein scharfer schwarzer Schatten unter dem Produkt verrät die Amateuraufnahme. Der Schatten ist nicht per se schlecht, ein weicher ordentlicher Schatten gibt dem Objekt Gewicht und Realismus, das Problem ist der harte und schmutzige. Heben Sie die Quelle höher und machen Sie sie größer (Diffusor), dann wird der Schatten weich und kurz. Rücken Sie das Produkt vom Hintergrund weg, der Wurfschatten verlässt das Bild. Für die klassische Karte auf Weiß nehmen Sie auf einem Lichtwürfel oder einem weißen Hohlkehlen-Hintergrund auf, Licht von unten durch einen halbtransparenten Tisch entfernt den Schatten ganz. Ein Aufhellreflektor auf der Schattenseite senkt den Kontrast.

Reflexe

Ein Reflex ist immer die Spiegelung der Quelle in einer glänzenden Oberfläche. Den Reflex zu steuern heißt also, zu steuern, was sich im Produkt spiegelt, nicht die Lampe selbst. Je größer und weicher die Quelle, desto breiter und angenehmer der Reflex. Eine nackte Lampe gibt einen hässlichen hellen Punkt, eine große Softbox ein weiches langgezogenes Band, das als edles Glanzlicht liest. Ändern Sie den Winkel: Der Reflex wandert, wenn Sie Quelle oder Produkt um wenige Grad verschieben. Auf Glas und Metall nutzen Sie schwarze Flaggen, sie geben schöne dunkle Kanten und tilgen Störspiegelungen der Umgebung, etwa Ihrer Hände, des Stativs oder des Raums. Für schwierigen Glanz hilft das Lichtzelt: Das Objekt wird rundum mit Weiß umgeben, und die Quelle leuchtet durch diese Hülle, dann spiegelt sich im Produkt gleichmäßiges Weiß statt Lampenpunkten.

Sauberer weißer Hintergrund ohne Grau

Grauer statt weißer Hintergrund bedeutet fast immer, dass der Hintergrund im Verhältnis zum Produkt unterbelichtet ist. Beleuchten Sie den Hintergrund separat mit einer eigenen Quelle oder einem Reflektor, sodass er eine bis anderthalb Stufen heller ist als das Produkt, dann wird er zu reinem Weiß. Ziehen Sie dabei nicht die Gesamtbelichtung hoch, sonst überstrahlen Sie das Produkt. Fehlt eine eigene Hintergrundlampe, rücken Sie das Produkt weiter vom Hintergrund weg und den Reflektor näher heran, oder bringen Sie den Hintergrund erst in der Bearbeitung auf reines Weiß.

Drei kurze Praxisfälle

Fall 1: Kosmetik am Nordfenster. Eine kleine Marke aus München nahm Cremetiegel nur am Nordfenster mit einem weißen Kartonreflektor gegenüber auf. Eine Quelle, ein Reflektor, Produkt seitlich zum Fenster und von der Wand weggerückt, das reichte für saubere, teuer wirkende Karten ohne jede Lampe.

Fall 2: Werkzeug mit Textur für eBay. Ein Händler wollte die griffige Oberfläche seiner Handwerkzeuge zeigen. Hier war hartes Streiflicht richtig: Diffusor weg, Quelle tief und seitlich, schwarze Flaggen für den Kontrast. Die geprägte Struktur wurde greifbar, und die Karte hob sich von glatten Konkurrenzbildern ab.

Fall 3: Serie von 60 Teilen mit stabilem Kunstlicht. Ein Anbieter mit wechselnden Chargen brauchte Wiederholbarkeit unabhängig vom Wetter. Zwei Tageslichtlampen mit CRI über 90 und Diffusoren nach dem Schema zwei Quellen plus Reflektor, dazu eine notierte Position aus Winkel, Höhe und Abstand, sorgten dafür, dass jede neue Charge im selben Licht entstand und die ganze Linie einheitlich aussah.

Ist das Licht wirklich wichtiger als die Kamera?

Ja. Die Kamera hält nur das Licht fest, das Sie gesetzt haben. Ein Smartphone bei gutem, weichem Licht schlägt eine teure Kamera bei flachem Deckenlicht. Investieren Sie zuerst in Licht und Diffusoren, danach in Optik.

Reicht Tageslicht am Fenster für Produktfotos?

Für viele Kataloge ja, besonders an einem Nordfenster oder bei bewölktem Himmel. Der Nachteil ist die Unbeständigkeit: Helligkeit und Farbe ändern sich im Tagesverlauf. Nehmen Sie eine Charge in einem Durchgang auf oder wechseln Sie für stabile Ergebnisse zu Kunstlicht.

Was ist der Unterschied zwischen weichem und hartem Licht?

Weiches Licht kommt von einer großen, nahen Quelle und gibt sanfte Schatten und breite Reflexe. Hartes Licht kommt von einer kleinen, weit entfernten Quelle und gibt scharfe Schatten und harte Glanzpunkte. Für Marktplätze braucht man in den meisten Fällen weiches Licht, hartes nur, um Textur zu betonen.

Wie mache ich Licht kostenlos weicher?

Führen Sie die Quelle näher heran, streuen Sie sie durch weißen Stoff oder Transparentpapier oder lenken Sie sie über eine weiße Wand oder Decke um. Je größer die sichtbare Quelle aus Sicht des Produkts, desto weicher das Licht, unabhängig von der Wattzahl.

Warum ist mein Hintergrund grau statt weiß?

Weil er im Verhältnis zum Produkt unterbelichtet ist. Beleuchten Sie den Hintergrund separat, sodass er eine bis anderthalb Stufen heller ist als das Produkt, oder rücken Sie das Produkt weiter weg. Reste bringen Sie in der Bearbeitung auf reines Weiß.

Darf ich Fensterlicht und Lampenlicht mischen?

Nein. Fenster und warme Lampe haben unterschiedliche Farbtemperatur, an der Grenze entsteht ein zweifarbiger, schwer korrigierbarer Ton. Nutzen Sie einen Lichttyp und eine Farbtemperatur, entweder Fenster oder Lampen oder Tageslichtlampen neben einem abgedeckten Fenster.

Welchen CRI-Wert sollten meine Lampen haben?

Über 90. Ein niedriger Farbwiedergabeindex führt dazu, dass die Produktfarbe auf dem Foto vom Original abweicht, was Rücksendungen wegen Farbabweichung nach sich zieht.

Wie viele Lampen brauche ich zum Start?

Eine reicht. Beginnen Sie mit einer Quelle plus Reflektor, bringen Sie die Zeichnung zur Reife und fügen Sie erst danach eine zweite Lampe hinzu. So verstehen Sie, wofür jede Quelle zuständig ist, statt einen Brei aus vier Lampen zu bauen.

Wie steuere ich Reflexe auf glänzenden Produkten?

Indem Sie steuern, was sich im Produkt spiegelt. Nutzen Sie große, weiche Quellen für breite Reflexe, verschieben Sie den Winkel um wenige Grad, setzen Sie schwarze Flaggen gegen Störspiegelungen oder umgeben Sie das Objekt mit einem Lichtzelt, damit sich nur gleichmäßiges Weiß spiegelt.

gdefoto

Nehmen Sie ein Nordfenster, einen Reflektor aus weißem Karton und stellen Sie das Produkt im Winkel von 45 Grad zum Licht, von der Wand weggerückt. Das genügt, damit die Karten sofort sauberer wirken. Versuchen Sie nicht, gleich ein Studio aus vier Lampen aufzubauen: Starten Sie mit einer Quelle und einem Reflektor. Brauchen Sie ein stabiles Ergebnis unabhängig von Wetter und Tageszeit, ergänzen Sie zwei Tageslichtlampen mit CRI über 90 und Diffusoren und arbeiten Sie nach dem Schema zwei Quellen plus Reflektor. Wenn Sie Dutzende oder Hunderte Produkte haben und die Zeit zum Fotografieren fehlt, fotografiert und bearbeitet das gdefoto-Studio Ihren ganzen Katalog: einheitliches Licht, einheitlicher Stil, fertige Karten nach den Vorgaben von Amazon.de, Otto und Kaufland. Entscheiden Sie nach Volumen und Zeit, beide Wege führen zu einer ordentlichen Produktvitrine.

Kontinuierliches Licht oder Blitz für Produkte

Studiolicht teilt sich in zwei Typen, und für Produktfotografie neigt die Wahl meist zum kontinuierlichen. Kontinuierliches Licht, LED-Panels und Lampen, leuchtet ununterbrochen, und Sie sehen am Bildschirm, wie Schatten und Glanzlichter fallen und was ins Bild gerät. Das ist bequem für Anfänger und für die Aufnahme eines unbeweglichen Produkts: Sie können die Quellen verschieben und das Ergebnis in Echtzeit beobachten, mit Smartphone oder Kamera ohne Synchronisation fotografieren. Der Nachteil ist, dass die Leistung nicht immer für eine kleine Blende reicht und man die Belichtungszeit verlängern muss, was ein Stativ verlangt.

Der Studioblitz gibt einen kurzen, starken Impuls im Moment der Aufnahme. Seine Kraft erlaubt, die Blende für maximale Schärfe über das ganze Produkt zu schließen und jede Bewegung einzufrieren, und die Farbe guter Blitze ist stabiler. Er ist aber teurer, verlangt Synchronisation und Erfahrung, weil das Ergebnis erst nach der Aufnahme sichtbar ist. Praktischer Schluss: Zum Start und für die Aufnahme mit dem Smartphone nehmen Sie kontinuierliches LED-Licht, es ist anschaulicher und günstiger. Zum Blitz wechselt man, wenn maximale Schärfe im Volumen, glänzende Materialien oder hohe Produktivität gefragt sind.

Welche Lampen: Leistung, Farbtemperatur und CRI

Bei der Wahl der Lampen für Produktfotografie achtet man auf drei Parameter, und der Preis ist zweitrangig. Das erste ist die Farbtemperatur: Nehmen Sie neutrales Tageslicht von 5000 bis 5600 Kelvin. Warme Lampen von 2700 bis 3000 Kelvin geben einen gelben Ton, der den weißen Hintergrund verdirbt und die Produktfarbe verfälscht, kalte über 6500 ziehen die Aufnahme ins Blaue. Wichtig ist, dass alle Quellen im Schema dieselbe Temperatur haben, warmes und kaltes Licht darf man nicht mischen, sonst entstehen farbige Schatten am Produkt, die schwer zu korrigieren sind.

Das zweite und für Produkte wichtigste ist der Farbwiedergabeindex CRI. Er zeigt, wie treu die Quelle Farben wiedergibt, und für Produktaufnahmen braucht es einen CRI ab 90, ideal ab 95. Billige Lampen mit niedrigem CRI geben matte, falsche Farben, und keine Bearbeitung rettet das ganz, besonders bei Kleidung und Kosmetik, wo der genaue Ton zählt. Das dritte ist die Leistung: Sie muss reichen, um bei kleiner Blende ohne zu lange Belichtungszeit zu fotografieren. Für kleine Produkte und ein Lichtzelt genügen günstige LED-Lampen, für große braucht es stärkere Quellen. Ein Reflektor aus weißem Schaumkarton kostet wenig und verbessert jedes Schema.

Häufige Fragen zum Licht für Produktfotografie

Welches Licht ist besser, Tageslicht oder künstliches

Zum Start ist Tageslicht vom Fenster mit einem Reflektor einfacher, es ist kostenlos und anschaulich. Es ist aber unbeständig und wetterabhängig, für einen stetigen Fluss wechselt man zu künstlichem LED-Licht in Tageslichttemperatur.

Wie viele Lichtquellen brauche ich

Für ein einfaches Produkt genügen eine Quelle und ein Reflektor. Ein Schema aus zwei seitlichen Quellen gibt gleichmäßiges Licht ohne tiefe Schatten, eine dritte im Gegenlicht für transparente Objekte.

Warum wirkt mein Produkt gelb oder blau

Durch eine falsche Farbtemperatur oder gemischtes Licht. Nutzen Sie Quellen einer Temperatur um 5500 Kelvin und stellen Sie den Weißabgleich mit einer Graukarte ein.

Kann ich Produkte ohne Studiolicht fotografieren

Ja, weiches Licht vom Fenster mit einem Reflektor gibt bei den meisten Produkten ein gutes Ergebnis. Studiolicht braucht es für den Fluss, die Beständigkeit und schwierige Materialien wie Glas und Schmuck.

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