Photoshop für Amazon.de-Verkäufer: kompletter kostenloser Leitfaden
Photoshop für Amazon.de-Verkäufer: kompletter kostenloser Leitfaden
Photoshop-Know-how speziell für deutsche Marketplaces
Warum Amazon-Verkäufer ein eigenes Foto-Playbook brauchen
Amazon.de hat strengere Bildregeln als jeder andere deutsche Marketplace. Wer sie nicht einhält, wird abgestraft mit gesperrten Listings, schlechterer Suchplatzierung und niedriger Conversion. Dieser Leitfaden zeigt, wie du mit Photoshop systematisch konforme und gleichzeitig verkaufsstarke Bilder produzierst, und wie du dieselben Assets auch für Otto, Zalando, eBay und Kaufland aufbereitest.
Amazon.de-Bildanforderungen im Detail
Amazon prüft Bilder automatisch beim Hochladen. Verstöße bedeuten Suppressed Listings, also unsichtbare Produkte. Die wichtigsten Vorgaben für das Hauptbild:
- Mindestauflösung 1000 x 1000 Pixel, empfohlen 2000 x 2000, damit die Zoom-Funktion aktiviert wird.
- Reinweißer Hintergrund RGB 255,255,255.
- Das Produkt füllt mindestens 85 Prozent der Bildfläche.
- Keine Wasserzeichen, keine Texte, keine Rahmen, kein Zubehör, das nicht im Lieferumfang ist.
- JPEG, TIFF, PNG oder GIF. Empfehlung JPEG mit Qualität 85.
- Format quadratisch 1:1.
Zusatzbilder und A+ Content
Bei den Bildern 2 bis 9 hast du deutlich mehr Freiheit. Hier sind Infografiken, Lifestyle-Aufnahmen, Größenvergleiche und Texte erlaubt. A+ Content erlaubt Banner bis 970 x 600 Pixel mit Markenstorytelling und Modulen für Featurevergleiche. Wer A+ ausschöpft, hebt die Conversion laut Amazon-eigenen Angaben um durchschnittlich 5 bis 10 Prozent.
Wie Otto, Zalando, eBay und Kaufland abweichen
Wer denselben Asset-Stamm pflegen will, muss die Eigenheiten der anderen Plattformen kennen.
Otto
Otto verlangt ebenfalls weißen Hintergrund für das Hauptbild und mindestens 1500 x 1500 Pixel. Anders als Amazon erlaubt Otto auf Zusatzbildern explizit ganze Modelfotos mit Hintergrundkulisse, was vor allem bei Mode gewünscht wird. Format häufig 3:4 hochkant.
Zalando
Zalando hat das strengste Bildbriefing. Models in spezifischer Haltung, immer Ganzkörper, neutralgrauer Hintergrund (nicht weiß), 1800 x 2700 Pixel hochkant. Für Eigenmarken übernimmt Zalando die Fotoproduktion teilweise selbst. Verkäufer mit eigenem Studio müssen das Style Guide-Dokument exakt beachten.
eBay Deutschland
eBay ist am freizügigsten. Mindestens 500 x 500 Pixel, weißer oder neutraler Hintergrund empfohlen, aber Lifestyle-Bilder sind als Hauptbild erlaubt. Für die Sichtbarkeit in der Suche zahlt sich trotzdem klassischer weißer Background aus.
Kaufland Marketplace
Kaufland orientiert sich an Amazon: weißer Hintergrund, 1000 x 1000 Pixel minimum, Produkt füllt den Großteil des Bildes. Anders als Amazon sind dezente Reflexionen und Schlagschatten ausdrücklich erlaubt, was die Bilder etwas hochwertiger wirken lässt.
Grundausstattung für Marketplace-Fotografen
Bevor Photoshop ins Spiel kommt, muss das Rohmaterial stimmen. Was du im Studio brauchst:
Kamera und Objektiv
- Spiegellose Kamera mit mindestens 24 Megapixeln, etwa Sony Alpha 6700, Fujifilm X-T5 oder Canon R7. Auch ein aktuelles Smartphone funktioniert für kleinere Produkte, sofern du im RAW-Modus arbeitest.
- Festbrennweite 50 mm oder 85 mm, oder ein Makro-Objektiv für Schmuck und Kosmetik.
Licht
- Zwei Dauerlichter LED mit 5500 Kelvin, mindestens je 100 Watt äquivalent.
- Softboxen oder Diffusoren für weiches Licht.
- Eine Aufnahmelichtwanne aus PVC mit Hintergrundbogen, damit der Übergang Boden-Wand fugenlos ist.
Software
- Adobe Photoshop CC (aktuelle Version, wegen Generativer Füllung).
- Adobe Lightroom oder Capture One für die Rohentwicklung und Batch-Verarbeitung.
- Optional Photoroom oder Remove.bg für schnelle Massenfreisteller.
Farbmanagement
Eine Graukarte wie die X-Rite ColorChecker Passport ist Pflicht. Sie kostet rund 100 Euro und spart hunderte Stunden Farbkorrektur. Im ersten Shot jeder Serie wird sie mitfotografiert, die Daten setzt Photoshop später als Referenz für den Weißabgleich.
Jede Kategorie hat eigene Fallstricke. Hier die wichtigsten:
Mode und Textilien
Hänge das Kleidungsstück an eine unsichtbare Schaufensterpuppe (Ghost Mannequin) oder fotografiere am Model. Wichtig: realistische Farbe. Photoshop-Trick für Schwarz: kein reines Schwarz, sondern leichte Strukturzeichnung bei R10 G10 B10, sonst wirkt der Stoff flach.
Schmuck
Makro-Modus, Stativ, Fernauslöser, Blende f/11 bis f/16 für maximale Schärfentiefe. Spiegelungen mit weißen Reflektoren manipulieren. In der Retusche viel Frequenztrennung gegen Staub und Fingerabdrücke. Dodge and Burn betont Kanten und Steine.
Kosmetik
Konsistente Etiketten-Lesbarkeit ist Pflicht. Reflexionen auf Glas und Kunststoff sind erlaubt, aber sie dürfen das Logo nicht überlagern. Hauttöne in Lifestyle-Shots in sRGB neutral halten.
Lebensmittel
Hier zählt Frische. Tropfen auf Obst (mit Glycerin-Wasser-Mischung), gleichmäßige Beleuchtung, leichter Dunst aus einem Vernebler. In Photoshop niemals Sättigung global hochziehen, das wirkt künstlich. Lieber selektiv Rot und Grün.
Elektronik
Schwarze und silberne Oberflächen sind spiegeltauglich. Polarisationsfilter am Objektiv reduziert Reflexionen schon beim Shooting. In Photoshop Reinigung mit Kopierstempel, Schärfung über Hochpass-Filter mit Wert 1 bis 3 Pixel.
Skalierbarkeit erreichst du mit Aktionen und dem Bildprozessor. Definiere einmal die Standardschritte (Tonwert, Schärfe, Größe, sRGB-Export) als Photoshop-Aktion und lass sie per Stapelverarbeitung über einen ganzen Ordner laufen. Für Hintergrund-Freistellung in Serie ist Photoroom mit API-Anbindung effizient, das spart 80 Prozent Zeit gegenüber manueller Maskierung. Wichtige Regel: jede Serie braucht eine Stichprobe von 5 Bildern manuell geprüft, sonst schleichen sich Farbabweichungen ein.
Wenn deine Marke wächst und das Bildvolumen die eigenen Kapazitäten sprengt, übernimmt das gdefoto-Studio die komplette Produktfotografie und Retusche für Amazon.de, Otto, Zalando, eBay und Kaufland. Inklusive Plattform-spezifischer Exporte und A+ Content-Grafiken.